
vhs.hybrid: Die Flyschberge am Alpen-Nordrand
Die Genese der Flysch-Gesteine aus Tiefseesedimenten und ihre typischen Eigenschaften, am Beispiel der Bayerischen Alpen, wie sie auch am Nordrand der Tegernseer Berge vorkommen.In diesem Vortrag geht es um Berge wie Edelsberg, Wertacher Hörnle, Sonnenköpfe oder die Hörnergruppe, die aus charakteristischen Flyschablagerungen aufgebaut werden und typisch sind für die Vorbergzone am Nordrand der Alpen zwischen Bodensee und Wienerwald. Die heute verfestigten Ablagerungen des Flysches entstanden vorwiegend während der Kreidezeit, in einem Tausende von Metern tiefen, längst verschwundenen Meeresbecken, das als sog. „Penninischen
Ozean“ bezeichnet wird. In diesem ursprünglich nördlich der Kalkalpen gelegenen Tiefseetrog herrschten extreme Verhältnisse, wie wir sie heute noch in den besonders tiefen Teilen des nordatlantischen Ozeans studieren können. Am Boden dieses tiefen Meeres gab es nur relativ wenig Lebewesen. Das Meeresbecken wurde nur sehr langsam mit Ablagerungen aufgefüllt, die sich als Schlammlawinen von den Hängen der benachbarten Kontinente lösten. Da das Tiefenwasser sehr kalt war, entstanden unter dem extrem hohen Wasserdruck aus Faulgasen Eisplatten im Sediment,
sog. Gashydrate. Da das Wasser in diesen Tiefen sehr sauer reagierte, löste sich einen Teil der angelieferten Sandkörner wieder auf. Die Schlammlawinen haben in den Flyschsedimenten charakteristische Spuren hinterlassen, mit deren Hilfe man die extremen Verhältnisse am Boden des Flyschmeeres rekonstruieren kann.
Um Anmeldung wird gebeten.
| 1 Abend, 06.10.2026 Dienstag, 19:00 - 20:30 Uhr | |||
1 Termin(e)
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Dipl. - Geol. Prof. Dr. Herbert Scholz | |||
| 262.1150.01 | |||
| Kerngebühr: 10,00 € |
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